Allgemeine Informationen | Organisation, Aufnahme in den ÖBRD, Ausbildung
Organisation:
Der ÖBRD ist als Verein organisiert. Er besteht aus dem Bundesverband und sieben rechtlich selbstständigen Landesverbänden, gegliedert in 291 Ortsstellen. Insgesamt sind über 10.000 BergretterInnen und ca. 250 Lawinen und Suchhunde einsatzbereit. Zweck des Bundesverbandes ist die Ausrichtung des ÖBRD nach einheitlichen technischen und organisatorischen Grundsätzen, sowie die Vertretung der gemeinsamen Interessen nach außen. Die Finanzierung erfolgt aus öffentlicher Hand, sowie aus Spendengeldern und Eigenmitteln.
Der ÖBRD ist gemeinnützig, nicht auf Gewinn gerichtet, unpolitisch und unabhängig. Zweck des ÖBRD ist es, im unwegsamen, insbesondere im alpinen Gelände in Not Geratenen zu helfen, sie zu versorgen und zu bergen.
Der ÖBRD kann geeignete Maßnahmen zur Verhütung alpiner Unfälle anregen oder durchführen (Unfallprävention). Der ÖBRD übt seine Tätigkeit auch in Zusammenarbeit mit anderen, den gleichen Zielen dienenden, Organisationen (siehe Partner) aus.
Mitgliedschaft im ÖBRD:
Voraussetzungen für die Aufnahme eines Bewerbers zum ÖBRD ist ein entsprechender Bedarf der Ortsstelle und die voraussichtliche Eignung für die Tätigkeit im ÖBRD (gehobene Erfahrung und Praxis im alpinen Bergsteigen).
Die Aufnahme als Mitglied zum ÖBRD ist vom Bewerber an die zuständige Landesorganisation im Wege seiner vorgesehenen Ortsstelle zu beantragen. Die Tätigkeit beim ÖBRD ist freiwillig, unentgeltlich und ehrenamtlich.
Alpines Rettungswesen:
Mit der Erschließung der Firn- und Eiswelt der Alpen berichteten Forscher und Geographen nicht nur von der Pracht der Berge, sondern auch von deren Gefahren. Schon vor 1000 Jahren verfügten Ordensbrüder zum Schutze von Pilgern und Kaufleuten in sogenannten „Hospita“ über Verband und Heilmittel.
Im 18. Jahrhundert führten sportliche und wissenschaftliche Interessen zu gewaltigen alpinistischen Leistungen. Damit setzte sich das bergsteigerische Element durch, und der Begriff Bergunfall fand seinen Niederschlag. Mit der raschen Zunahme der Bergbesteigungen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts stieg auch die Zahl der Unfälle. Die Diskussion zur Rettung verunglückter Bergsteiger wurde immer lauter, denn Hilfeleistungen waren zufällig anwesenden Kameraden, Jägern, Holzknechten und Angehörigen überlassen. Der vermehrte Tourismus in der Alpenregionen führte zur Gründung alpiner Vereine, die ihrerseits einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Rettungswesens leisteten. Die Wiege des ÖBRD liegt im Bereich Wien/Niederösterreich. Lokalstellen hatten die Aufgabe freiwillige Hilfsmannschaften auszubilden, Suchaktionen und Hilfsmaßnahmen einzuleiten sowie Rettungsgerät bereit zu stellen. In einer Länderkonferenz im Jahr 1946 wurde der ÖBRD als selbstständige und unabhängige Organisation beschlossen, Ausbildung und Satzungen der Bundesländer wurden vereinheitlicht. 1947 schlossen sich die Landesverbände zu einem Dachverband zusammen und 1984 wurde der Bundesverband des ÖBRD geschaffen. Von Jahr zu Jahr erweiterte sich das Aufgabengebiet des ÖBRD, was zur Gründung einer internationalen Kommission für alpines Rettungswesen (IKAR) führte. So ist eine Organisation entstanden, die mit nie ermüdendem Idealismus der freiwilligen und ehrenamtlichen Bergrettungsmänner und –frauen ihre Tätigkeit ausübt und aus den österreichischen Bergen nicht mehr wegzudenken ist.
Ausbildung:
Neu aufgenommene Mitglieder haben sich in den ersten drei Jahren einer Ausbildung hinsichtlich der behelfs- und planmäßigen Rettungstechnik für Einsätze im Sommer und Winter zu unterziehen. Weitere Aus- und Fortbildungen sind im erforderlichen Ausmaß von der Ortsstelle zu gewährleisten.
Die Ausbildung ist gegliedert in alpintechnische und theoretische Grundlagen und behelfsmäßige und organisierte Bergrettungstechnik, bodengebunden oder mit Hubschrauber. Spezielle rettungstechnische Methoden sowie die technische Ausrüstung unterliegen einer Vielzahl von Neuerungen und Entwicklungen. Dies bedingt eine fortwährende Anpassung der Ausbildungsinhalte und –methoden.
Die Ausbildung gliedert sich in 5 + 1 aufbauende Lehrgänge:
- Kurs für Erste Hilfe: Bergung, Versorgung und Abtransport beim Roten Kreuz
- Winterausbildung: Schibergsteigen, Orientierung, Schnee- und Lawinenkunde, Verschütteten-Suchgerät, planmäßiger Lawineneinsatz
- Felskurs 1 (Landesleitung Kärnten): Für jene, die den 3. Schwierigkeitsgrad nicht selbstständig als Seil-Erster führen können (Absichern der Kletterrouten)
- Felskurs 2: Das tragende Element der Ausbildung. Die Perfektion in der Bergrettungstechnik ist oberstes Kursziel. Individuelle Verbesserung der Klettertechnik wird angestrebt.
- Ausbildung im Eis: Begehen von Eistouren, wobei die behelfsmäßige Bergrettungstechnik auf Spaltenbergung erweitert wird.
- Canyoning: Bei Bedarf werden Bergretter zusätzlich speziell auf dem Gebiet der Schluchtenbergung ausgebildet, da dieser Trendsport immer mehr im Kommen ist.
Bergekostenversicherung | Fördern der Bergrettung mit Bergekostenvorsorge
Verantwortungsvolles Handeln bedeutet Risiko verringern. Aber ein Rest davon bleibt, trotz aller Umsicht, immer bestehen. Unsere Such- und Bergekostendeckung steht Ihnen im Falle der "Fälle" zur Seite - und zwar ohne Wenn und Aber... Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Frauen und Männer des Bergrettungsdienstes, die unentgeltlich, freiwillig, ehrenamtlich mit höchstem und persönlichen Einsatz ihren Dienst im Namen der Bergkameradschaft leisten - denn Bergrettung ist höchste Kameradschaft in den Bergen!
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Bei Bezahlung des Fördererbeitrages von mindestens Euro 22,-- haben Sie Anspruch auf nachstehende Leistungen:
Der Leistungsumfang - Abdeckung:
Deckung der Such- und Bergekosten der Boden- und Flugrettung aus Berg- oder Wassernot bis zu einem Höchstbetrag von Euro 15.000,-- pro Person, weltweit. Inkludiert sind Hilfeleistungen auf Pisten und bei Flugsportarten (keine Rückholkosten).
Begünstigter:
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