Schitourentage Heidelbergerhütte
heidelbergerhtte_2010_076.jpgUnsere diesjährigen Skitourentage führten uns zwischen 18. und 21. März zum wiederholten Mal in die Silvrettagruppe. Als Stützpunkt diente die Heidelberger Hütte, die bereits im schweizerischen Teil des Fimbertales auf 2265 m Seehöhe liegt.

Mitten in der Nacht zum Donnerstag, den 18. März, trat ein Teil von uns mit einem angemieteten VW-Bus die fast 5-stündige Anreise nach Ischgl (Paznauntal) an. (An dieser Stelle ist es an der Zeit einmal ein herzliches Dankeschön dem Taxiunternehmer Uwe Fortschegger für die immerwährende "mobile" Unterstützung auszusprechen.) Die treuen Bahnfahrer unter uns zogen es vor, schon etwas früher mit dem Nachtzug nach Landeck und im Anschluss mit dem Bus nach Ischgl anzureisen. Insgesamt waren es 10 Mann und eine Frau, die sich am frühen Morgen des 18. März zum gemeinsamen Frühstück im Ischgler Cafe Kurz einfanden. Nachdem unser Gepäck vom hütteneigenen Pistengerät abgeholt wurde, entschlossen wir uns spontan, einen Skitag in der Skiarena Ischgl-Samnaun einzulegen. Nachdem wir ohnedies eine Liftkarte kaufen hätten müssen, um den 17 km langen Hüttenzustieg, der sich ohne nennenswerten Höhengewinn durch das gesamte Fimbertal zieht und mit einer reinen Gehzeit von 6 Stunden beschrieben ist, abzukürzen, sprachen in Anbetracht der angespannten Lawinensituation gute Gründe dafür, den Tag im gesicherten Schiraum zu verbringen. Traumhafte Pisten, wunderbares Wetter und fast original italienische Pizza entschädigten für die eigentlich erwarteten Gipfelsiege. Mit diesem Tag konnten wir uns skifahrerisch perfekt auf die kommenden Tage vorbereiten. Gegen 15 Uhr zogen wir aber doch alle die Felle auf und marschieren die flachen, "reibpletznverdächtigen" übrigen fünf Kilometer taleinwärts zur Heidelberger Hütte.

heidelbergerhtte_2010_011.jpgAm Freitag verließen wir um 08.00 Uhr, nach einem reichlichen Frühstück, die Hütte, wobei uns ein traumhaftes Wetter und optimale Schneeverhältnisse erwarteten. Nach etwa 1,5 Stunden Gehzeit auf 2700 m Seehöhe wurden zwei Gruppen gebildet. Die schnellere Gruppe erklomm zuerst den Piz Tasna (3179m), fuhr danach ab und stieg anschließend erneut auf die Breite Krone (3079m) auf. Die andere Gruppe stieg über das Kronenjoch (2980m) auf die Breite Krone auf und kehrte anschließend nach einer tollen Abfahrt zur Heidelbergerhütte zurück. Schonum etwa 07.45 Uhr teilten wir uns am Samstag in zwei Gruppen, da am Himmel nur einige Kumuluswolken zu beobachten waren und die erste Gruppe eine längere Überschreitung geplant hatte. Die erste Gruppe bestieg das Zahnjoch, welches auf 2947m liegt, und fuhr zur Jamtalhütte (2165m) ab. Nach einer kurzen Stärkung und einer Besichtigung des dortig gelegenen Ausbildungszentrums der Tiroler Bergrettung, ging es über das Kronenjoch auf einer Höhe von 2980m zur Bischofsspitze bzw. zum Grenzeckkopf. Nach der Rückkehr zur Heidelbergerhütte spurteten noch einige Fleißige auf den Hausberg der Heidelberger Hütte, den Piz Davo Sassé (2792m), um anschließend eine perfekte Abfahrt zu genießen. Die zweite Gruppe bewältigte mit ca. 2,5 Stunden Gehzeit den Piz Davo Lais (3027). Nach der Rückkehr wurde zu Übungszwecken ein Schneeprofil gegraben, wobei die oberen drei Schichten windgepresst waren und die darunter liegende zum Boden reichende Schicht etwa 70cm Schwimmschnee aufwies.

Am Sonntag, den 21.03.2010 stand nur mehr der Hüttenabstieg bevor, welcher durch seine Flachheit bzw. seine intermittierenden Gegenanstiege das letzte "Ausdauertraining" dieses Ausfluges darstellte. In Ischgl wurde die Kameraden der Bergrettung von Sonne, Wärme und ersten Frühlingseindrücken empfangen, bevor die Heimreise angetreten wurde.